Presseresonanz

Hier finden Sie aktuelle Stimmen aus der Presse. Am Ende dieser Seite finden Sie die Chronik der Presseveröffentlichungen vergangener Jahre

Volksstimme von 2017-10-07

Der Turm kriegt seinen Hut zurück

Förderverein von St. Marien übernimmt Sanierung des Dachreiters /108 000 Euro nötig
Der Dachreiter von St. Marien ist seit sechs Jahren ohne Dach. Das Türmchen, ein prägendes Stück der Silhouette, soll nun endlich saniert werden. Der Förderverein der Kirche kümmert sich.


LINKS: Vor sechs Jahren: Am 6. Oktober 2011 wurde der instabile und marode Turmhelm per Kran von seinem Gestell gelöst. Archivfoto: Moritz | RECHTS: Heute: Der Dachreiter ist noch immer ohne Hut. Die Aufnahme stammt von 2016, am Zustand hat sich nichts geändert. Foto: Knappe

LINKS: Vor sechs Jahren: Am 6. Oktober 2011 wurde der instabile und marode Turmhelm per Kran von seinem Gestell gelöst. Archivfoto: Moritz | RECHTS: Heute: Der Dachreiter ist noch immer ohne Hut. Die Aufnahme stammt von 2016, am Zustand hat sich nichts geändert. Foto: Knappe

Von Nora Knappe Stendal • Sechs Jahre auf den Tag genau war es gestern her, dass der Marienkirche ein prägendes Element genommen wurde: der spitze Turmhelm des Dachreiters samt Dachstuhl. Er war marode und derart geneigt, dass er umzustürzen drohte. Es war klar: Der Dachreiter muss saniert werden. Doch erst jetzt kann das auch tatsächlich angepackt werden. Die Stadtgemeinde Stendal, die zunächst selbst Bau und Kosten übernehmen wollte, hat nun auf Drängen des Fördervereins von St. Marien selbigen damit beauftragt. Das impliziert, dass der Verein alles bezahlt.
Ein Grundstock von 38 500 Euro Eigenanteil hat der Förderverein Glocken St. Marien dank großzügiger Spenden beisammen, für die Differenz zur Kostensumme von 108 165 Euro wurden Fördermittel beim Land beantragt. „Sobald die erste Teilsumme da ist, fangen wir an”, versichert Vereinsvorsitzende Bärbel Hornemann, guter Hoffnung auf Bewilligung.

Wetter setzt dem Stumpf zu
Für sie und ihre Mitstreiterter vom Förderverein drängt die Zeit inzwischen ernstlich. „Der Dachstuhlstumpf, die sogenannte Laterne, ist nur provisorisch abgedichtet und damit seit sechs Jahren Wind und Wetter ausgesetzt” erklärt Hornemann, die ihre Baukenntnis beruflich in der Unteren Denkmalschutzbehörde einbringt. „Eindringendes Regenwasser könnte hier weiteren Schaden anrichten, das macht uns natürlich Sorge.”
Der Verein hat im August den Bauantrag in Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege gestellt, die Genehmigung soll in Kürze erfolgen. Für Zimmererarbeiten, Verblechung, Kran und Gerüst werden 92 000 Euro fällig, für die Statik 11 000 Euro.
Für die Stendaler Zimmerei Marco Vack, die die Ausschreibung dieses Teils der Arbeiten gewonnen hat, ist es der erste Dachreiter in der Firmengeschichte. „Da ist viel Holz auf geringem Volumen”, sagte Vack schon 2012 angesichts des eine Zeitlang auf seinem Firmengelände gelagerten maroden Helmskeletts. „Da muss man sehr genau arbeiten, dass er am Ende wieder lotrecht steht.” Der gesamte Helm soll erneuert werden, die Stützkonstruktion aus Lärchenholz, der Rähmkranz am unteren Ende und der zehn Meter lange Kaiserstiel – so nennt man die Mittelachse – aus Eiche.
Und warum nun so viel Aufwand für einen kleinen Turm, auf den man doch bestimmt verzichten könnte – zumal er ja heute auch nicht mehr die Funktion als Behausung für eine Betglocke hätte? Für Bärbel Hornemann ist es keine Frage der Nützlichkeit, sondern: „St. Marien ist ein sichtbarer Ausdruck des wohlhabenden Stendaler Bürgertums im 14. und 15. Jahrhundert. Es war die Stadt- und Ratskirche. Nicht nur die Türme der Westfront, auch der Dachreiter auf dem Kirchenschiff prägen das Erscheinungsbild des Gebäudes und damit die Silhouette der Stadt.

Bei der Montage zugucken
Beim Entstehen des neuen Dachstuhls sollen die Stendaler dann übrigens zusehen können. Wie Hornemann ankündigt, soll das 14 Meter hohe Holzgestell „publikumswirksam unten neben der Kirche zusammengebaut werden”.
Das i-Tüpfelchen auf dem Turmhelm wird dann wieder die Kupferkugel sein, die derzeit an geheimem Ort aufbewahrt wird. „Sie hat eine verlötete Öffnung, so dass wir annehmen, dass sich darin Dokumente befinden.” Den Blick in die Kugel werden sich die Vereinsleute aber für später aufheben. Und dann sollen auch zeitgeschichtliche Dokumente von heute darin ihren Platz finden.

Volksstimme von 2017-07-14

Spende lässt Restauration ein Stück näherrücken

Bau-Innung spendet Glockenförderverein St. Marien 1000 Euro für Gildeschrank / Fassadenarbeiten sind beendet.

Vor dem Gildeschrank überreicht Eckhard Schulze, Obermeister der Bau-Innung, Bärbel Hornemann einen Spendenscheck.

Vor dem Gildeschrank überreicht Eckhard Schulze, Obermeister der Bau-Innung, Bärbel Hornemann einen Spendenscheck. Foto: A. Toss

Von Anne Toss • | Die Spendenaktion des Glockenfördervereins zur Restaurierung des Gildeschrankes in der Stendaler Marienkirche hat erneut an Fahrt gewonnen. So überreichte Eckhard Schulze, Obermeister der Bau-Innung der Kreishandwerkerschaft, der Vereinsvorsitzenden Bärbel Hornemann am Donnerstag eine Spende von 1000 Euro. Insbesondere die Hoch- und Straßenbauinnungen hätten zu der Spendensumme beigetragen.

„Die Gilden sind ja sozusagen die Vorläufer der heutigen Innungen. Wir wollen diese alten Sachen weiterleben lassen”, sagt Schulze zu dem Engagement. Seit dem Spendenaufruf sind nun rund 3000 Euro bei dem Verein eingegangen. Um die Restaurierung anzugehen, fehlen allerdings noch gut 5000 Euro.
Der Gildeschrank in St. Marien ist eine Seltenheit, ein frühbarockes Werk. Die Malereien auf den Schranktüren, die sechs Gildemeister und drei Altmeister zeigen, wurden im 17. Jahrhundert aufgetragen. „Uns geht es vor allem darum, die Lesbarkeit der Bemalungen wiederherzustellen. Nach der Restauration wird hier aber kein neuer, schön glänzender Schrank stehen” sagt Hornemann. Zudem sollen weitere Verfallserscheinungen wie die verzogenen Holztüren behoben werden. Eine Restauratorin sei beauftragt worden, ein erstes Angebot abzugeben.
Während der Glockenförderverein hier noch ein Stück Arbeit vor sich hat, konnten die Mauerwerkssanierungen rund um das Löwenportal und an den Fenstern an der Südfassade der Kirche abgeschlossen werden. Der Förderverein Glocken St. Marien hat für diese Fassadenmaßnahmen 68000 Euro investiert. Die Stadt hat die Kosten für die Glaserarbeiten von 5700 Euro übernommen.

Volksstimme von 2017-04-12

Mit voller Wucht ins Osterfest

5000 Kilogramm Glocke brauchen ein starkes Gerüst. Die „Maria” in Stendal hat nach der Sanierung wieder festen Halt und läutet zu Ostern.

Wenn sie schweigt, wirkt sie stoisch-schwerfällig, doch kommt die fünf Tonnen schwere Glocke „Maria” ins Schwingen, bringt sie tief-wohligen Klang ins Geläut.

Wenn sie schweigt, wirkt sie stoisch-schwerfällig, doch kommt die fünf Tonnen schwere Glocke „Maria” ins Schwingen, bringt sie tief-wohligen Klang ins Geläut. Foto: Bärbel Hornemann

Von Nora Knappe Stendal • | Es schwingt Erleichterung mit, als Bärbel Hornemann verkündet: „Ostern kann wieder geläutet werden.” Das schien zu Beginn dieses Jahres nämlich noch nicht sicher, denn der Glockenstuhl, in dem die größte Glocke des Sankt-Marien-Geläuts hängt, war stellenweise morsch – Wetter und Gewürm hatten dem jahrhundertalten Eichenholz einer Schwelle und eines Andreaskreuzes arg zugesetzt.

Mehr als 5000 Euro Kosten
Hätte man die Großglocke in diesem Zustand läuten lassen, hätte Gefahr bestanden, dass der 5000 Kilogramm schwere Klangkoloss abstürzt. Nun aber ist die Gefahr gebannt, die Sanierung konnte pünktlich vor dem Osterfest und damit dem nächsten „Großeinsatz” der Glocken beendet werden. „Die betroffene Schwelle wurde von der Zimmerei repariert, der Fuß des Andreaskreuzes erneuert und mit Holznägeln verbunden”, erklärt Hornemann, Vorsitzende des Fördervereins Glocken St. Marien.
Zudem wurden an der Diagonalstrebe stabilisierende Edelstahlklammern angebracht. „Es wirken an diesen Verbindungsstellen ja doch gewaltige Kräfte”, so Hornemann, „jetzt ist wieder alles statisch sicher.” Die geplanten Kosten von 5000 Euro werden wohl noch übertroffen, schätzt die Vereinsvorsitzende ein, man sei aber einfach froh, diese große, wichtige Reparatur erledigt zu haben.

Führungen zum Glockenstuhl Wer sich Karsonnabend oder Ostermontag einer Turmführung in St. Marien anschließt, kann das Ergebnis dieser Bauarbeiten selbst in Augenschein nehmen. Auf dem Weg zur österlich geschmückten Turmstube nämlich geht es auch durch den Glockenstuhl, der „Maria” nun wieder zuverlässig Halt bietet. Ein recht zugiger, aber dafür auch sehr interessanter Ort in 34 Metern Höhe.
Während die Glocken von St. Marien am Karfreitag und Sonnabend noch komplett schweigen, sind sie am Ostersonntag wieder zu hören. Und am Ostermontag dann – wie nur ganz selten im Jahr – erklingt das volle Geläut mit den vier Großglocken. Und dazu gehört eben auch die größte unter ihnen: die fünf Tonnen schwere „Maria”. Sie wurde 1490 von Gerd van Wou, dem namhaftesten Glockengießer des Mittelalters, gegossen. Das Geläut von St. Marien zählt zu den bedeutendsten mittelalterlichen Großgeläuten Norddeutschlands.

Volksstimme von 2017-02-20

Maria schweigt im morschen Gebälk

Die größte und schwerste Glocke in Stendals St. Marien braucht neuen Halt: Ihr Glockenstuhl ist morsch und muss saniert werden.

Nehmen den morschen Eichenbalken in Augenschein: Bärbel Hornemann (von links), Michael Hentschel, Marco Vack und Thomas Heinrich.

Nehmen den morschen Eichenbalken in Augenschein: Bärbel Hornemann (von links), Michael Hentschel, Marco Vack und Thomas Heinrich. Foto: Nora Knappe

Von Nora Knappe Stendal • | Die Glocke Maria macht ganz schön was mit. Erst vor drei Jahren wurde sie für längere Zeit zum Schweigen gebracht. Hätte man sie weiterhin läuten lassen, wäre es wohl zu einem Unglück gekommen: Die lederne Aufhängung des Klöppels nämlich war durchgescheuert und die sie zusammenhaltende Metallspange gebrochen. Der 180 Kilo schwere Klöppel drohte herabzustürzen. Die aufwendige Reparatur konnte inzwischen finanziert und erledigt werden.
Seit Januar dieses Jahres aber muss Maria schon wieder schweigen. Diesmal wären statt 180 Kilogramm ganze 5000 absturzgefährdet gewesen – so viel wiegt der 1490 gegossene Klangkoloss. Die Glocke selbst hängt seit 1997 in ihrem Holzjoch zwar gut und stabil, aber der Glockenstuhl ist desolat. Die Schwelle an der Westseite ist durch Witterung und Gewürm stark beschädigt. „Den Schaden haben wir schon 2002 festgestellt, aber bisher war alles noch stabil”, sagt Bärbel Hornemann vom Förderverein Glocken St. Marien.

Glockenstuhl 500 Jahre alt
Nun musste die Notbremse gezogen werden, denn „jetzt sind auch die Halterungen des Andreaskreuzes auf der Westseite herausgebrochen”, erklärte Prüfstatiker Thomas Heinrich am Freitag bei einem Besichtigungstermin in dem 34 Meter hoch gelegenen Glockenstuhl. Für das Holzgerüst aus dem 15. Jahrhundert sei es aber immerhin die erste Reparatur dieser Größenordnung überhaupt.
Und wie ein Probeschnitt ergab, blieb die große Katastrophe aus: „Die Hauptschwelle ist zwar auch teilweise betroffen, aber das kriegen wir so repariert, ohne dass wir sie auswechseln müssen”, bilanziert Heinrich. Und auswechseln hätte bedeutet, die 5000-Kilo-Glocke auszubauen, um den Glockenstuhl mit Flaschenzügen anzuheben.
Das stabilisierende Andreaskreuz im Westteil des Glockenstuhls ist aus den morsch gewordenen Fußhalterungen gebrochen. Im Vordergrund der verwitterte Teil der Schwelle.

Das stabilisierende Andreaskreuz im Westteil des Glockenstuhls ist aus den morsch gewordenen Fußhalterungen gebrochen. Im Vordergrund der verwitterte Teil der Schwelle. Foto: Nora Knappe

Verein zahlt 5000 Euro
So muss jetzt lediglich das marode Teilstück der Eichenholz-Schwelle ersetzt, der neue Balken durch Überblattung mit dem verbliebenen Schwellenteil verbunden werden und müssen die Strebenfüße des Stabilisierungskreuzes instandgesetzt werden. Was an Reparaturaufwand überschaubar ist, bedeutet für den Förderverein Kosten von 5000 Euro. „Wir haben mit der Stadtgemeinde geklärt, dass wir das übernehmen, da wir sonst zu lange auf Haushaltsmittel warten müssten”, sagte Hornemann. Dennoch ist es eine ungeplante zusätzliche Ausgabe – zu allen anderen noch ausstehenden Reparaturen und Sanierungsarbeiten. So sind Mauerwerksarbeiten am Fenster rechts des Löwenportals noch nicht abgeschlossen und harrt auch der Turmhelm des Dachreiters noch seiner Sanierung.
Zu Ostern, so ist der Plan, soll Maria dann wieder läuten. Einer der wenigen Tage, an denen die vom namhaftesten Glockengießer des Mittelalters gegossene Großglocke zum Einsatz kommt. „Sie ist die bedeutendste Glocke im Geläut von St. Marien, das wiederum ein Aushängeschild von Stendal ist.”

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