Schererorgel

Orgel von Hans Scherer dem Älteren

2010 Dendrochronologische Untersuchung des Orgelgehäuses im Mai / Juni

 
 
 


Bilder von links oben: Schleierbrett aus dem Rückpositiv, Schleierbrett aus dem Hauptwerk und Bekrönungsbrett aus dem Hauptwerk, wurden am 25.05.2010 von Frau Klein ausgebaut und nach Potsdam zur Fachhochschule Potsdam, Studiengang Restaurierung, gebracht. Dort erfolgt eine Untersuchung am mobilen Röntgenfloureszenzgerät. Diese Untersuchung ist völlig störungsfrei und gibt Auskunft über den Fassungsaufbau.

Die Akteure: Kerstin Klein mit Atemschutzmaske aus Arbeitsschutzgründen - da Hylotoxbelastungen nicht ausgeschlossen werden können - und im Hintergrund der Orgelbauer Jörg Dutschke. Der Bauforscher Dr. Tilo Schöfbeck beim Ziehen der Proben für die dendrochronologische Untersuchung und Ansicht einer Probe.


Programm des Orgelsymposions

Freitag, 24. April 2009

THEMA: Begrüßung, Information und Einführung über die gegenwärtige Beschaffenheit der Orgel und ihre Historie

  • 14:00 Uhr Rathaus, Begrüßung: Bärbel Hornemann, Vorsitzende des Förderverein Glocken St. Marien Stendal e.V. und Detlef Frobel, Vorsitzender Ev. Stadtgemeinde, Grußwort: Klaus Schmotz, Oberbürgermeister

  • 14:30 Uhr St. Marien, Vortrag: Jörg Dutschke, Orgelbau, Salzwedel “Bestandsaufnahme und Untersuchung des Pfeifenmaterials” Besichtigung der Orgel, des Gehäuses und der Fresken

  • ca. 16:00 Uhr Kaffeepause im Rathaus

  • 17:00 Uhr Rathaus, Vortrag: Christine Lehmann, Freiberuflerin, Tangermünde “Die Historie der Schererorgel in St. Marien”

  • 17:30 Uhr Rathaus, Vortrag: Luise Schier, Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, Halle “Die Schererorgel aus Sicht der Denkmalpflege als Architektur-, Kunst- und Klangdenkmal”

  • ca. 18:00 Uhr Imbiss im Rathaus

  • 19:00 Uhr St. Marien, Orgelsoiree: Michael Hentschel, Maike und Johannes Schymalla - Stendaler Organisten

  • ca. 20:00 Uhr Ausklang im Kaffeekult


Sonnabend, 25. April

THEMA: Podiumsdiskussion über die Restaurierungsmöglichkeiten der Stendaler Schererorgel
  • 10:00 Uhr Rathaus, öffentliche Podiumsdiskussion: “Die Stendaler Schererorgel im 21. Jahrhundert” Moderator: Dr. Markus Zimmermann, Journalist, Orgelfachmann, Musiker, Freiburg Teilnehmer: Orgelbaufirma Schuke, Werder/Havel; Orgelbaufirma Ahrend, Leer; Orgelbaufirma Klein, Leipzig-Lübeck; Orgelbaufirma Dutschke, Salzwedel; Christoph Schulz, Orgelsachverständiger EVM Magdeburg; Christoph Lehmann, Orgelsachverständiger Kirchenkreis Stendal, Tangermünde; Dietrich Kollmansperger, Orgelwissenschaftler, Tangermünde; Joachim Kähler, Pfarrer St. Marien, Stendal

  • ca. 12:30 Uhr Mittagessen im Rathaus

  • 15:00 Uhr Tangermünde, Vortrag: Dr. Dorothea Schröder, Kunsthistorikerin und Musikwissenschaftlerin, Cuxhaven; “Prospektvergleich der Orgeln in Tangermünde (Scherer d. J.) und Stendal (Scherer d. Ä.)”

  • 16:00 Uhr Tangermünde, Orgelkonzert: Prof. Harald Vogel, St. Stephan Osterholz-Scharmbeck
Flyer zum Orgelsymposion als Download


Wissenswertes zum Thema
Kein Geringerer als Hans Scherer der Ältere (1522-1611) aus Hamburg hat 1580 die Orgel in der Stadt- und Ratskirche St. Marien geschaffen. Sie ist Architektur-, Kunst- und Klangdenkmal gleichermaßen. Trotz großer Veränderungen im 19. und 20. Jahrhundert gehört sie im nördlichen Europa zu den bedeutendsten Orgelanlagen aus der Epoche von Reformation und Renaissance.
Die herausragende Stellung des Instrumentes ist zum einen durch seine imposante Größe und architektonische Gestaltung begründet, zum anderen ist noch ein beachtlicher historischer Pfeifenbestand von 269 Pfeifen aus der Zeit von Scherer nachgewiesen.
Das Hauptwerk ist das größte und älteste seiner Art, das in Deutschland — nach Kriegs- und Brandverlust — aus der Zeit der Hochrenaissance erhalten geblieben ist. Die monumentale Konzeption aus Prospektgestaltung, Emporenarchitektur und Wandmalerei und die Einbeziehung der astronomischen Uhr unter der Empore bindet die Orgel in eine großartige architektonische Gesamtszenerie ein.
Denkmalpfleger, Orgelbauexperten, Stadtgemeinde und Förderverein suchen derzeit nach der besten Variante für eine dringend erforderliche Restaurierung des Instruments, auch mit Blick auf das Reformationsjubiläum im Jahr 2017.
Schon jetzt besteht kein Zweifel daran, dass die Stendaler Orgel nach gelungener Restaurierung eine der strahlendsten Erscheinungen unter den historischen Instrumenten aus der Epoche von Reformation und Renaissance im mittel- und nordeuropäischen Raum sein wird.




Foto der Orgel vor dem Umbau von 1940


Orgel der Stadt- und Ratskirche St. Marien

Denkmalpfleger und Orgelbauexperten suchen derzeit zusammen mit der Kirchengemeinde nach der besten Variante für eine erneute, dringend erforderliche Restaurierung des Instruments, auch mit Blick auf das Reformationsjubiläum in Jahr 2017.

Förderinitiativen, die sich diesem Ziel verpflichten werden deshalb derzeit vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie nachdrücklich unterstützt.

Für weitergehende Informationen zur Bedeutung der Schrerer Orgel: Schreiben vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt zur Scherer Orgel, auch als PDF-Download:

Stellungnahme zum Denkmalwert und zur Restaurierung der Scherer-Orgel in der St. Marien-Kirche zu Stendal
Anschreiben St. Marien, Scherer-Orgel, Restaurierung

Mit Blick auf das Reformationsjubiläum im Jahr 2017 und den Stellenwert der Orgelbaukunst des 16. Jahrhunderts -

werden Sie Sponsor!

Spendenkonto Kontonummer: 3000 105 211
bei der Kreissparkasse Stendal BLZ 810 50 555


Hier gibt es einen chronologischen Überblick zum Jahr 2008. Die aktuellsten Ereignisse, die Orgel betreffend, stehen oben.

Juli 2008 “Der Untersuchungsbericht zum Pfeifenwerk der Scherer-Orgel in Stendal St.Marien liegt nun vor. Von April bis Mai 2008 hat der Orgelbaumeister Jörg Dutschke aus Salzwedel OT Sienau die Untersuchung vorgenommen, um zu klären, wieviel historisches Pfeifenwerk noch vorhanden ist und welches davon Hans Scherer d. ä. (1580) zuzuschreiben ist. Dazu wurden sämtliche Pfeifen aus vier Zeitabschnitten ausgebaut, gereinigt, begutachtet und vermessen.

Im Ergebnis wurde festgestellt, dass der überwiegende Anteil der Schererpfeifen von 1580, die in der Bauart im Hauptwerk und Rückpositiv identisch sind. Ein kleiner Anteil weniger Pfeifen sind scheint noch älter zu sein. Somit sind Scherer direkt 11 Register mit 270 Pfeifen zuzuordnen.

Der zweite Anteil, ist die Quinte 3’, die zusammen mit der abhanden gekommenen Sesquialtera aus dem Hauptwerk, 1969 eingebaut wurde. Sie ist fast komplett erhalten, 33 von 41 Pfeifen und drei Schererpfeifen sind noch darunter, sowie Fremdpfeifen aus dem 19. Jahrhundert.

Der dritte Anteil ist ein Sammelsurium an Pfeifen unterschiedlicher Jahrhunderte, aber jünger als die Quinte 3’, mit denen die Schererregister aufgefüllt wurden. Insgesamt 129 Pfeifen.

Der letzte Anteil sind die Pfeifen von Hammer 1940, die aber überwiegend nur dort vorkommen, wo der Klaviaturumfang vergrößert wurde, also hauptsächlich bei den großen Oktaven und bei den Diskantpfeifen.” * Auszug aus der Inventarisierung

23.04.2008 Einen sehr interessanten Abend konnten die Mitglieder des Glockenvereins an diesem Tag erleben. Orgelbaumeister Jörg Dutschke, der den Pfeifenbestand der Schererorgel inventarisiert, erklärte den interessierten Anwesenden Beschaffenheit, Klang- und Formunterschiede der Orgelpfeifen. Auf diesem Weg noch einmal herzlichen Dank an Herrn Dutschke für seine umfangreichen Erläuterungen.



16.04.2008 Expertentermin vor Ort zur Inventarisierung der Orgelpfeifen



Von links nach rechts: Evelyn Geffers (UDSB), Tilo Schöfbeck (Dendrochronologe), Michael Hentschel (Stadtmusikdirektor, FV), Helfried Weidner (LDA), Wolfgang Richter (Stadtgemeinde), Torsten Arnold (LDA), Christoph Schulz (Kirchbauamt Glocken-und Orgelsachverständiger), Bärbel Hornemann (UDSB, FV), Jörg Dutschke (Orgelbaumeister), Dr. Holger Brülls (LDA), Christoph Lehmann (Orgelsachverständiger)
UDSB - Untere Denkmalschutzbehörde
LDA - Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt

Am 07.04.2008 hat die Inventarisierung der Orgelpfeifen durch die Firma Dutschke Salzwedel/OT Sienau begonnen. Die Inventarisierung wird ca. 4 Wochen dauern und ist Grundlage für ein zu erstellendes Sanierungskonzept der Schererorgel. Ein paar Bilder von den Arbeiten:

 


Bilder von oben: Die Akteure: von links nach rechts: Orgelbaumeister Jörg Dutschke, Altmeister Guido Bahlke, Praktikant Samuel Vogel, Pfeifen aus dem Rückpositiv






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